In Trouillas, einige Kilomter südwestlich von Perpignan, liegt das Château de Canterrane, seit 1907 ein Familienbetrieb, mit Grundmauern aus der Zeit vor der französischen Revolution und heute im Besitz von Jacques Conte. Wie überall im Languedoc Roussillon wird auch hier der Hauptanteil der für die Gegend typischen, aromatischen Rotweine aus den autochthonen Sorten Grenache Noir, Syrah, Vieux Carignan und Mourvèdre gekeltert, allerdings eben entscheidend anders. Bei vielen anderen Produzenten wirken die Weine für unseren Geschmack zu dicht, zu barriquiert, zu alkoholisch, teilweise geradezu mastig. Sicher im Trend liegend, aber eben nicht unsere Vorliebe. Ganz anders demgegenüber die Weine von Jacques Conte:
Als unabhängiger Winzer und ausgebildeter Oenologe geht Jacques Conte eigene Wege. Im Vergleich wird sehr kurz geschnitten (ca. 40 hl/ha.), geerntet und gleichzeitig sortiert wird nach wie vor von Hand. Im Keller arbeiten sodann zwei moderne 100 hl-Pressen von Bucher aus der Schweiz und eine computergesteuerte Temperaturregelung für die Tanks, letzteres die entscheidende Arbeitsmethode von Jacques Conte. Jeder Château de Canterrane verbringt zunächst mindestens 2 Jahre in einem solchen Tank, bei einer strengen Überwachung seiner Entwicklung. Anschliessend wird er in Flaschen abgefüllt und für weitere 2 Jahre in einem konstant auf 13 Grad Celsius gehaltenen Keller unter dem Château eingelagert. Jeder Château de Canterrane ist also bereits mindestens 4 Jahre alt, wenn er das Gut verlässt. Dann ist er reif für den Genuss, aufgrund seiner soliden Struktur und trotz moderatem Alkoholgehalt (12.5%vol.) aber auch extrem lange lagerbar. Jacques Conte ist stolz, keine überkonzentrierte, rasch alternde Trendweine zu produzieren, sondern je nach Ernteergebnis individuell ausgewogen strukturierte Assemblagen mit hohem Alterungspotential. Sogar aus den den 70er-Jahren sind noch einige Flaschen vorhanden.